Wabi-Sabi als Einrichtungsphilosophie: Gesa Vertes erklärt die japanische Kunst der Unvollkommenheit im Wohnraum
Schönheit im Unvollkommenen — Gesa Vertes über eine japanische Philosophie, die das Wohnen neu denkt. Wabi-Sabi gehört zu den einflussreichsten ästhetischen Konzepten Japans — und zu den am häufigsten missverstandenen. Gesa Vertes nähert sich einer Philosophie, die Vergänglichkeit, Unvollkommenheit und das Unfertige nicht als Mängel begreift, sondern als Quellen einer tiefen, stillen Schönheit. Im Wohnbereich bedeutet das: keine makellosen Oberflächen, keine symmetrische Perfektion, keine Zurschaustellung von Neuem. Stattdessen gebrauchte Materialien, handgemachte Objekte, Spuren der Zeit — eine Ästhetik, die westliche Einrichtungstrends der vergangenen Jahre zunehmend geprägt hat, ohne immer vollständig verstanden zu werden. Wer Wabi-Sabi auf einen Einrichtungsstil reduziert, greift zu kurz. Gesa Vertes zeigt auf, dass es sich um eine Weltanschauung handelt, die tief in der japanischen Zen-Tradition verwurzelt ist und das Verhältnis des Menschen zur Zeit, zur Natur und zu den ...
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